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Transkript

 

Herzlich willkommen bei Coconut-Talk, deinem Podcast über das Leben in Indonesien. Mein Name ist Gunda und gemeinsam werden wir die zahlreichen Inseln Indonesiens entdecken. Mari – los geht’s!

 

Gunda: Selamat Datang und herzlich willkommen zu unserer heutigen Folge von Coconut-Talk. Ich habe heute die Daliborka bei mir als Gast. Daliborka ist Kroatin und lebt seit zwei Jahren in Ubud auf Bali. Wir werden heute über wunderschöne Themen sprechen – es wird auf jeden Fall spirituell bei uns! Zum einen werden wir über ein Projekt sprechen, das gerade im Herzen von Bali entsteht – da bin ich gespannt, was wir da erfahren werden. Und zum anderen werden wir von Daliborka hören, wie sie überhaupt nach Bali gekommen ist und wie ihre spirituelle Reise verlaufen ist.

Liebe Daliborka, hallo. Schön, dass du bei mir bist! Ich freue mich sehr auf unser Gespräch!

 

Daliborka: Hallo Gunda. Herzlichen Dank und ich freue mich auch sehr.

 

Gunda: Fangen wir doch gleich mal mit deinem Namen an. Ich habe mich am Anfang auch etwas gewundert – Daliborka ist ja eher selten. Ich habe ja schon gesagt, dass du Kroatin bist. Kannst du denn zu deinem Namen noch etwas sagen? Gibt es eine Bedeutung dahinter?

 

Daliborka: Ja, also es gibt keine bestimmte Bedeutung. Der Name kommt aus ehemaligen Jugoslawien – also damals vor dem Krieg war es noch Jugoslawien. Und den Namen gibt es eigentlich nur bei uns. Er ist schon ein bisschen älter und wird nicht mehr so vielen Kindern gegeben. Er hat keine große Bedeutung, aber dieses bor in der Mitte kommt von Kraft und Power.

Das passt auch zu mir. Power habe ich auch gebraucht in meinem Leben und ich finde auch, es hat immer einen Sinn, warum man einen Namen bekommen hat.

Ich wurde viele Jahre oder werde auch immer noch Dali genannt, aber nachdem mir gesagt wurde, dass in diesem Spitznamen keine Kraft ist, mag ich das nicht mehr. Und somit habe ich wieder angefangen, meinen kompletten Namen zu benutzen. Es denken zwar alle immer erst: Wie heißt du nochmal? Und dann versuchen sie es gleich mit einem Spitznamen, aber ich versuche dann zu sagen, dass ich meinen kompletten Namen benutzen möchte. Jetzt mag ich ihn, aber ich habe mich viele Jahre mit anderen Spitznamen abgefunden.

 

Gunda: Ja, Kraft können wir alle gebrauchen – das ist immer gut!

Du hast mir schon vorab erzählt, dass du in Deutschland und auch in der Schweiz gelebt hast. Wie lange warst du da jeweils?

 

Daliborka: Ich bin mit 17 Jahren nach Deutschland gekommen, damals wegen dem Krieg im ehemaligen Jugoslawien. Ich musste ohne meine Eltern nach Deutschland gehen, da alles schnell gehen musste. Ich hatte einen Onkel, der in Hannover gelebt hat und zu dem ich zu dem Zeitpunkt gekommen bin.

Bei uns zu Hause hatte keiner Deutsch gesprochen, aber ich habe sehr schnell Deutsch gelernt. Es war mir sehr wichtig. Ich bin dort in die Schule gegangen, habe auch eine Ausbildung gemacht und studiert.

Das war nicht immer leicht, aber wie gesagt, ich hatte immer diese Kraft in mir und habe nicht aufgegeben, an meine Träume zu glauben und wirklich das zu machen, was ich möchte. Ich bin dankbar, dass ich damals nach Deutschland kommen konnte und wie sich alles entwickelt hat.

Ich hatte zu dem Zeitpunkt auch Familie in der Schweiz und wollte dorthin gehen. Durch einen Job bin ich dann 2014 in die Schweiz umgezogen, wo ich bis zum Schluss gelebt habe, bevor ich nach Bali gekommen bin.

 

Gunda: Schön. In Deutschland warst du also fest in Hannover und dann am Schluss in der Schweiz?

 

Daliborka: Genau, also ich hatte zwischendurch auch in Lörrach gewohnt, an der Grenze zu Basel. Da hatte ich auch schon in der Schweiz gearbeitet ein paar Jahre, bevor ich komplett umgezogen bin. Ich war also ein Grenzgänger – so nennt man das, wenn man an der Grenze lebt – und bin ich dann, wie gesagt, wegen dem Job in den Kanton Zug umgezogen.

 

Gunda Ja und jetzt lebst du auf Bali.

 

Daliborka: Jetzt bin ich seit zwei Jahren hier und kanns selber manchmal nicht glauben.

 

Gunda: Was machst du denn da im Moment?

 

Daliborka: Also ich mache verschiedene Dinge hier. Zum einen bin ich Teil von einem Projekt, das Naya Veda Vastu heißt, ein Eco Art Village und Retreat Center, das hier entsteht.

Ich haben in den letzten Jahren, als ich selber in meiner Transformation war, gemerkt, dass das nicht alles gewesen sein kann. Irgendwann kam mir diese Vision von einer Community, in der Menschen zusammenzuleben, etwas gestalten, arbeiten und anderen Menschen auf ihrer eigenen Reise der Transformation und Heilung zu helfen. Das hat mich wirklich weitergebracht und mich für ganz viel Neues im Leben geöffnet.

Dass ich jetzt meinen Traum leben kann, ist wunderbar. Durch die Weiterbildung, die ich gemacht habe, begleite ich jetzt andere Menschen auf ihrem Herzensweg und bei der Selbsterforschung, tief in sich diese Kraft zu finden und wirklich das zu machen, was sie möchten, um ein selbstbestimmtes und erfülltes Leben zu führen.

Sie müssen ja nicht auswandern wie ich – es gibt auch viele andere Ziele, die Menschen haben. Ich freue mich unheimlich, wenn ich andere Menschen sehe, wie sie sich mit der Zeit entwickeln. Das ist wunderschön, denn ich liebe es, Menschen zu inspirieren und ihnen zu sagen, zu welchen Wundern wir fähig sind – bei denen ich früher selber nicht geglaubt oder gedacht habe, dass sie möglich sind.

Wenn ich daran zurück denke an mich, wie ich vor Jahren im Büro saß und gedacht habe, es wäre so schön, jetzt in der Wärme zu sein und dort zu leben – ich wollte dieses Gefühl von Strand und Meer, habe mir aber immer gedacht: Wie soll ich das schaffen?

Ich bin so froh, dass ich nicht aufgegeben habe, wirklich daran zu glauben. Was mich in Anführungsstrichen gerettet hat war, dass ich Yoga und Meditation gefunden habe. Das hat mein Leben völlig verändert mit der Zeit. Ich konnte mich in der Tiefe immer mehr kennenlernen und herausfinden, was ich wirklich will.

Ich habe noch viele andere Dinge gemacht, wie Persönlichkeitsentwicklung, Coaching, Ausbildungen in Ayurveda Heilung – also viele Dinge schon nebenbei gelernt, während ich im Büro gearbeitet habe. Dadurch war für mich dieser Absprung dann auch viel leichter.

Es war auch nicht einfach, natürlich hatte ich etwas Angst, aber auf eine Art und Weise hatte ich so ein starkes Vertrauen bekommen – da erzähle ich dann später mehr, wenn wir zum spirituellen Thema kommen und warum ich überhaupt auf Bali bin. Ich hatte hier ein sehr intensives Erlebnis vor drei Jahren erlebt, das mein ganzes Leben verändert und deswegen bin ich hier.

 

Gunda: Super.

Das heißt im Moment bist du Teil des Projekts – da werden wir jetzt gleich noch mehr in die Tiefe gehen – und du coacht auch andere Menschen, die auf der Suche sind oder Unterstützung brauchen.

 

Daliborka: Genau.

 

Gunda: Okay, super. Und wie bist du dann nach Indonesien gekommen, von der Schweiz aus?

 

Daliborka: Also wie gesagt, ich hatte in den letzten Jahren durch diese Transformation gemerkt, dass im Leben noch viel mehr möglich ist und das ich eben was anderes machen möchte und durch dieses intensive Erlebnis vor drei Jahren habe ich dieses Gefühl bekommen. Ich habe mich bereits in dem Moment gesehen, dass ich in der Zukunft irgendwo in der Wärme lebe und hatte so ein starkes Vertrauen.

Ich war um 180° verändert, als ich nach Hause zurückgekommen bin und wusste auf einmal, was ich nicht mehr haben möchte, welche Klamotten ich nicht mehr tragen möchte, welche Dinge ich nicht mehr brauche. Ich wusste, dass ich kündige und dass ich auf Reisen gehen werde. Ich wusste damals noch nicht, wohin, denn ich war noch völlig in einer anderen Dimension, aber ich wusste, ich werde auf Reisen gehen und einfach auf diesen Gefühl hören, was ich durch eine Herzöffnung, die ich 2015 erleben durfte, schon immer in meinem Herzen hatte.

Das hat wirklich etwas in mir geöffnet und mir einen inneren Frieden und Liebe und Vergebung gebracht. Es ist unglaublich, was daraus geworden ist und wie ich mich verändert habe. Es waren viele kleine Schritte, die dann immer mehr und mehr dazu geführt haben, dass ich gesagt habe: so möchte ich nicht mehr leben.

Ich habe mich dann entschieden, alles zu verkaufen, alles aufzugeben und bin im Oktober 2019 nach Bali gekommen. Ein halbes Jahr später fand mich auch dieses Projekt.

Ich wollte eigentlich eine Weltreise machen, aber dann kam Corona. Es sollte wohl so sein, denn ich hätte auch nach Sri Lanka gehen und dort als Yogalehrerin in einem Ayurveda Center arbeiten können, aber das hat nicht geklappt.

Das Leben macht eigentlich keine Fehler, auch wenn wir es anfangs nicht verstehen. Durch Corona habe ich dann angefangen, mein Coaching-Business aufzubauen und Yoga zu unterrichten. Ich hatte gute Ersparnisse und hätte auch noch länger davon leben können, aber ich habe gedacht: okay, jetzt wo die Menschen in Deutschland im Lockdown sind, gebe ich auch etwas zurück.

So habe ich dann angefangen, das online zu machen und es hat sich weiterentwickelt.

 

Gunda: Ja, oft passieren Dinge, die man am Anfang gar nicht versteht, aber die einem wieder die Türen zu anderen Dingen öffnen und im Nachhinein denkt man sich dann: Ach, das ist ja doch gut, dass es passiert ist. Oder wenn man Pläne hat, die dann doch nicht funktionieren und man erst enttäuscht ist. Im Nachhinein hat’s aber immer einen Grund, weil wieder irgendwas besseres auf einen wartet.

 

Daliborka: Genau.

 

Gunda: Schön, spannend. Und zum Projekt Naya Veda Vastu – fang doch mal ganz von vorne an. Wie hat es dich gefunden? Wer steckt dahinter? Was ist die Idee?

 

Daliborka: Also wie gesagt, ich hatte schon von so einer Community geträumt, wo ich leben und arbeiten kann. Und tatsächlich letztes Jahr im April, wo alles hier so ruhig war in Bali, war ich in einem kleinen Warung in Ubud und traf Peter, jemanden, der hier auch aktiv ist. Er ist halb Deutscher, halb Pole und hat viele Jahre bei Ikea als Finanzmanager gearbeitet – also eine wirklich hohe Position.

Vor ein paar Jahren hat er sich dann entschieden, auszusteigen und ein Yogastudium in Polen zu absolvieren. Er hat das Projekt schon früher gefunden, als er Ludwig getroffen hat. Das ist der Lebenskünstler, der schon in der Türkei ein kleines Retreat Center gehabt hat. Er hat immer geträumt von etwas Größerem geträumt.

Ludwig kam dann vor ein paar Jahren nach Bali und hat dieses Land hier in Pejeng gefunden, das ist ungefähr eine Viertelstunde von Ubud entfernt Richtung Osten. Und da hat er natürlich andere Menschen gesucht, um seine Vision zu verwirklichen. Alleine geht das nicht, gerade auch im finanziellen Bereich.

Und so habe ich erstmal Peter kennengelernt und er hat mir davon erzählt und ich dachte: oh, das klingt ja wunderbar. Schließlich habe ich mir das angeschaut und habe Ludwig kennengelernt. Ich war sehr neugierig und inspiriert.

Es ist alles nach dem ayurvedischen Vastu-Prinzip gemacht, das heißt man lebt in Einklang mit der Natur und in Einklang mit den Elementen wie Wasser, Feuer und Luft. Wir können dabei viel von der Natur lernen.

Wir arbeiten natürlich auch mit den Locals zusammen, die uns natürlich hier in dem Projekt unterstützen. Wir möchten einen Ort der Begegnung erschaffen, wo Menschen kommen können – sei es, um Yoga zu machen, Meditation oder andere Projekte. Wir werden auch Coworking-Spaces haben. Wir haben einen wunderschönen Gemüse- und Früchte-Garten, wir haben Restaurant, einen Yoga-Dom, einen Bonsaigarten.

Es ist wirklich eine kleine Oase, die hier entsteht, zu der Menschen kommen können, wenn sie auf dem Weg der Selbsterforschung sind und oder einfach, um Urlaub zu machen. Hier können sie es sich gut gehen lassen, denn Bali hat eine besonders spirituelle Energie und eine Hingabe, die die Menschen an den Tag legen. Das möchten wir einfach näher bringen.

Das Projekt ist auf einer Fläche von 20000 Quadratmeter. Es ist schon recht groß und es werden ungefähr zwölf Häuser sein. Jeder einzelne von uns wird ein eigenes Haus haben. Mein Haus ist fertig, ich lebe schon seit September drin und die anderen Häuser werden noch gebaut. Wir können diese Häuser dann vermieten, wenn Events stattfinden oder selber hier leben.

Ja und dann kann jeder überlegen, wie lange er hier sein möchte. Ich kann mir auch vorstellen, in Zukunft dann im Winter hier zu sein und im Sommer auch in Europa zu sein und meine Familie zu besuchen und dort etwas zu organisieren. Ich kann jetzt eigentlich von überall arbeiten.

 

Gunda: Das heißt, ihr seid eine Community und jeder von euch hat ein Haus, das einem selber gehört und dass man vermieten kann. Aber wenn ihr das vermietet, dann könnt ihr ja eigentlich nicht dort sein oder ist es so, dass man die Häuser aufteilen kann in einen Gästebereich und deinen Bereich?

 

Daliborka: Nein, also die kompletten Häuser werden vermietet. Wir werden dann schauen, dass wir wo anders wohnen. Wir haben noch andere Häuser hier in Umgebung. Das muss dann jeder eben schauen, wie wir das später einrichten werden. Aber es wird so sein, dass das ganze Haus vermietet wird.

Und jedes Haus ist wirklich einzigartig und anders gebaut. Es hat eine andere Farbe oder andere Details. Von daher ist es wirklich so ein Eco Art Village. Viele Häuser haben einen großen Pool drin, man hat also seinen eigenen privaten Bereich für sich.

Es ist wirklich wunderschön, ich kann nur jedem empfehlen, uns besuchen zu kommen, auch wenn wir jetzt noch bauen. Es braucht noch ein bisschen Zeit, bis alles fertig ist, aber mit Corona ist jetzt noch nicht viel los mit dem Tourismus.

 

Gunda: Du hast es vorhin schon gesagt: Eco Art Village, das heißt, ihr habt auch einen ökologischen Gedanken dahinter. Wahrscheinlich verwendet ihr auch viele Naturmaterialien oder wie kann man sich das vom optischen vorstellen?

 

Daliborka: Also die meisten Häuser sind aus Bambus gebaut mit diesem Lalang-Dach, was in Bali sehr üblich ist. Unser Traum ist es, frei von Müll leben zu können. Wir möchten versuchen, weniger Plastik zu haben und es anders zu verarbeiten und das dann auch den Menschen, die hier arbeiten und unserer Nachbarschaft beizubringen. Damit sich ein Bewusstsein für das Plastik-Problem entwickelt.

Von daher werden wir auch verschiedene Workshops haben, in denen man lernen kann, wie man Müll in etwas Schönes transformieren kann. Das hat dann einen kreativen und einen ökonomischen Vorteil. Dadurch möchten wir natürlich auch für Bali etwas Gutes tun.

Dieser Ort soll nicht nur für die Menschen sein, die Yoga machen, sondern alle sind willkommen. Das kann vielleicht der gestresste Manager sein oder Leute, die sich einfach nur verwöhnen wollen oder eben an den Workshops interessiert sind. Wir werden dafür auch die passende Räume haben.

Wir möchten u. a. Vipassana Meditation anbieten, das ist eine bestimmte Art von Meditation, wo man zehn Tage in der Stille meditiert. Ich habe es auch selbst vor paar Jahren gemacht und es war unglaublich, was sich da in meinem Körper getan hat. Ich kann es nur jedem empfehlen, auch wenn es nicht einfach ist. Ich hatte eine unglaubliche Erfahrung. Wir haben sämtliche Schmerzen und Traumata im Körper gespeichert und nach zehn Tagen war mein Körper weich wie Butter – also fast so, als hätte ich eine Massage gehabt.

Ich war von allem befreit. Das ist natürlich irgendwann wieder zurückgekommen, denn wir leben ja auch weiter und es kommen wieder Herausforderungen, aber mit der Zeit lernt man einfach, viel leichter damit umzugehen. Es ist nicht mehr so viel Druck und Kampf dahinter, sondern man geht vielmehr mit Leichtigkeit mit diesen Dingen um, weil man sich viel besser kennenlernt und weiß, wie die Gefühle sind. Wir kennen unsere Gedanken und Verhaltensmuster und so weiter.

Es ist faszinierend, was wir für ein Wunder wir sind und was wir verändern können. Wir können niemand anderen verändern, wir können nur selber etwas verändern und dann verändert sich auf einmal alles.

 

Gunda: Das stimmt.

Nochmal zu dem Projekt: Wie viele Menschen stecken dahinter? Wie viele Leute sind ihr?

 

Daliborka: Wir sind bis jetzt elf Menschen, die hier mit beteiligt sind und die auch überwiegend Deutsch sprechen, was sehr interessant ist. Das bringt auch noch mal ein ganz anderes Gefühl, da wir uns überwiegend auf Deutsch unterhalten können.

Die einzige dabei ist Halloumi, sie ist Japanerin und kümmert sich um unser Restaurant. Sie zaubert tolles Essen für uns. Ansonsten sind wir alle deutschsprachig.

Wir haben auch eine Schweizer Familie mit zwei Kids, die hier die Schule besuchen und es ist wirklich eine sehr schöne Community.

Man fühlt hier eine Ruhe, wenn man hier reinkommt. Klar, zwischendurch gibt’s natürlich noch Geräusche von den Arbeitern, aber wenn die weg sind oder Mittagspause ist, ist es eine Oase.

 

Gunda: Schön auch, dass ihr so ein großes Areal bzw. eine große Fläche gefunden habt. Das macht schon viel aus, wenn nicht gleich irgendwie die Nachbarn daneben sind oder die Anlage zwischen den Häusern von anderen Leuten steht.

 

Daliborka. Auf jeden Fall.

Wir werden auch noch andere Dinge haben, die habe ich vorhin gar nicht erwähnt, es wird ein Wellness und Spa geben und das alles was dazu gehört, um den Urlaub so angenehm wie möglich zu gestalten.

Jeder kann kommen, es müssen jetzt keine Yogis sein, sondern das können auch ganz normale Leute sein.

 

Gunda: Du hast vorhin gesagt, die gestressten Manager sind auch herzlich willkommen.

 

Daliborka: Genau, aber das war nur ein Beispiel. Alle sind willkommen, die etwas von Bali erleben wollen in Verbindung mit diesem Projekt. Vielleicht machen sie einen Töpferkurs bei uns oder was anderes – wir werden auch viele Kurse anbieten oder Dinge wie Permakultur betreiben. Aber es wird auch so sein, dass man wirklich kommt und ein Retreat bucht zu einem bestimmten Thema. Ich bin schon sehr gespannt, wenn das dann alles fertig ist.

 

Gunda: Ja, ich bin auch gespannt! Das klingt super toll.

Man kann auch auf der Webseite schon die ersten Häuser sehen und auch einen Plan, wie es ungefähr aussehen soll, wenn es mal fertig ist.

 

Daliborka. Genau. Von oben sieht es aus wie ein Mandala. Es hat ja alles seinen Sinn, warum es so gebaut, eben nach diesem ayurvedischen Vastu-Prinzip im Einklang mit der Natur.

 

Gunda: Sehr schön.

Wie sieht’s denn aus, wenn jemand auf die Website schaut und sagt: wow, das sieht interessant aus, ich würde mich da gerne einbringen. Kann man bei euch auch irgendwie mitarbeiten oder sich anders engagieren? Oder irgendwie was in die Richtung machen, dass man nicht nur als Gast kommt, sondern auch Teil davon wird?

Und – ich sage gleich die nächste Frage dahinter: Falls interessierte Investoren sagen: Hey, ich möchte auch gerne Haus haben. Ist das noch möglich?

 

Daliborka: Wir haben, glaube ich, noch Platz für zwei Häuser. Da ist noch nichts gebaut, aber es ist auf jeden Fall noch möglich.

Natürlich haben wir jetzt Locals, die hier arbeiten, von daher brauchen wir jetzt momentan niemanden, der zum Arbeiten kommt. Wir möchten natürlich in erster Linie die Balinesen unterstützen, aber später wäre evtl. was möglich.

Zum Investieren besteht noch die Möglichkeit, genau.

 

Gunda: Also wer Interesse hat oder wenn irgendjemand eine Idee hat – du hast vorhin auch Töpferkurs angesprochen –

 

Daliborka: Genau, Töpferkurs, Kochkurs. Es wird sich dann mit der Zeit zeigen, was wir alles organisieren werden.

 

Gunda: Aktuell baut ihr ja noch. Ist denn schon abzusehen, bis wann oder wann die ersten Gäste kommen können – also mal abgesehen von Corona?

 

Daliborka: Ja, das gibt’s noch keinen Zeitplan, aber ich denke es dauert bestimmt noch mindestens ein Jahr. Es ist alles schon recht groß und jetzt werden gleichzeitig fünf Häuser gebaut und ein Community Pool in der Mitte. Daneben kommt dann der Wellness und Spa-Bereich. Das braucht noch Zeit.

 

Gunda: Klingt spannend. Ein schöner Platz, den du dir ausgesucht hast und ein schönes Projekt, das dich gefunden hat.

 

Daliborka: Dass ich hier bin und meinen Traum leben kann, ist unglaublich. Was alles möglich ist, wenn ihr uns auf dem Wege machen und diesen Herzensruf in uns folgen. Dann werden wir vom Leben unterstützt, das ist für mich die große Lektion, wenn wir wirklich diesen Sinn finden und die Lebensaufgabe, die wir im Herzen spüren.

Ich weiß natürlich, dass man manchmal das nicht spürt und nicht weiß, wo man hin will. Aber das ist eben ein Prozess, bei dem ich die Menschen unterstütze, Klarheit zu finden und mit Leichtigkeit diesen Weg zu gehen.

Denn der Weg ist das Ziel. Wenn wir uns auf dem Wege machen, dann werden wir vom Leben Problem unterstützt.

 

Gunda: Ja, und wenn wir uns öffnen, dann spielt auch das Universum mit. Also wenn wir uns darauf einlassen, dann passieren die Dinge auch. Aber ist ein Prozess und man muss ich jeden Tag daran erinnern. Das ist schon auch nicht immer leicht. Es klingt sehr einfach, aber es ist doch auch immer wieder Arbeit.

 

Daliborka: Von alleine kommt es nicht, wir müssen etwas dafür tun.

 

Gunda: Wie ist das denn bei dir selber gewesen, deine spirituelle Reise? Magst du da vielleicht ein bisschen was erzählen? Wie hat es denn angefangen?

 

Daliborka: Ja, also wie gesagt, ich hatte eigentlich immer gute Jobs und war soweit zufrieden in meinem Leben. Ich bin gereist, ich hatte ein gutes Leben gehabt und trotzdem wusste ich tief in mir, da fehlt irgendwas. Dieses Gefühl in mir wurde immer stärker.

Ich hatte eine intensive Phase, die  mich sehr herausgefordert hat. Das war vor zehn Jahren, als ich den Job in der Schweiz hatte. Da hatte ich in der Schweiz gearbeitet, aber noch in Deutschland gelebt – also meine Zeit als Grenzgänger.

Und da habe ich mich in dieser Firma überhaupt nicht wohlgefühlt. Wir wurden ziemlich alleine gelassen von der Führung und wir Mitarbeiter überhaupt nicht unterstützt. Ich hatte noch zusätzlich einen Arbeitskollegen, mit dem ich mich auch nicht verstanden habe. Das war alles notwendig, damit ich auch wirklich was daraus lerne. Jetzt bin ich diesem Kollegen so dankbar, auch wenn ich da ein bisschen einen Kampf hatte.

Ich hatte in den Monaten eine Depri-Phase, in denen ich gedacht habe, das geht so nicht mehr weiter. Ich gehe nur zur Arbeit, nach Hause und wieder dorthin zurück und obwohl ich immer sportlich und aktiv war, war es eine Phase, in der ich nichts gemacht. Ich war richtig down und habe gedacht: So kann es nicht weitergehen.

Ich bin dann im Jahr 2000 durch Zufall zum Yoga gekommen und habe gemerkt, wie gut es mir tut und dass Yoga nicht nur diese körperliche Bewegung ist, sondern dahinter noch eine ganz andere Philosophie steckt. Ich war in einem Yoga-Studio mit einer Lehrerin, die super war und mir bei einigen Themen meine Augen geöffnet hat. Dort habe ich dann auch mein erstes Yoga Retreat gemacht und das war für mich einfach Wow! Ich war noch so beflügelt die Wochen nach diesem Retreat.

So bin ich auf den Weg gekommen und habe angefangen, immer mehr Yoga und Meditation zu praktizieren. Vielleicht ein Jahr später, nachdem ich regelmäßig meditiert habe, war ich im Schwarzwald wandern und hatte dann ein wunderschönes Gefühl erlebt. Es war wie Samadhi, als wäre ich in einer anderen Dimension. Ich wusste nicht, dass ich meditierte. Ich habe mich einfach hingesetzt und habe die Augen zugemacht. Es war in der Nähe eines kleinen Sees. Ich liebe diese Kraft des Wassers und dort habe ich das erste Mal dieses Gefühl erlebt.

Ich war einfach frei von allem, es war unbeschreiblich. Ein Gefühl voller Liebe, voller Leichtigkeit und Freude. Ich habe gedacht: Wow, was war das denn? Ich habe mich so gut gefühlt in dem Moment und wollte einfach mehr davon erfahren.

Daher bin ich dann auf diesem Weg geblieben. Tief in mir spürte ich immer, da muss noch mehr sein. Ich wusste nicht, was es ist. Schließlich habe ich zu der Zeit spontan eine Herzöffnung erlebt. Es war in einem Thermalbad in der Schweiz – auch wieder Wasser, mein Element – und auf einmal habe ich ein starkes Gefühl in meinem Herzbereich gespürt. Ich habe gedacht, ich platze vor Liebe. Ich habe gedacht, ich explodiere – so ein starkes Gefühl war es in meinem Herzen.

Ich habe dann angefangen, zu weinen und das hat mich wirklich so weich gemacht, dass ich angefangen habe, das Leben und die Menschen um mich herum anders zu sehen. Denn mit den verschiedenen Menschen kommen die Herausforderungen und es hat mich viel gelehrt. Wie ich vorhin schon angedeutet habe: Wenn wir uns verändern, dann verändert sich alles.

Durch diese Erfahrung konnte ich diesen inneren Frieden finden und die Selbstliebe und bedingungslose Liebe. Seitdem habe ich angefangen, überall Herzen zu sehen. Das war unglaublich, es war jedes Mal wie ein Zeichen für mich, mich daran zu erinnern. Ich weiß gar nicht, in welchen Versionen ich sie immer noch sehe. Aber es ist faszinierend, wo unser Fokus ist, geht auch die Energie hin, sodass es sich in unserem Leben manifestiert.

Jeden Tag mit dieser Achtsamkeit und Wachsamkeit zu bleiben, das ist die Richtung, in die ich gehen möchte.

Vor vier Jahren habe ich dann eine Auszeit genommen. Ich war so dankbar, dass ich für fast 5 Monate eine Art Sabbatical machen konnte. Ich bin dann auf Reisen gegangen und war das erste Mal auf Bali und auch andere Länder wie Thailand und Malaysia.

Dort habe ich das erste Mal Vipassana, die 10 Tage in Stille gemacht. Als ich zurück gekommen bin, war ganz anders Am 1. Tag im Büro habe ich gedacht: oh mein Gott, was mache ich hier eigentlich?

So hat es angefangen. Ich wurde immer unruhiger mit diesem Gefühl in mir. Ich wusste nicht, was ich machen sollte, wovon ich leben sollte, wenn ich mein Leben aufgeben würde. Ich hätte mir damals nie im Leben gedacht, das alles aufzugeben. Wie gesagt, ich hatte einen tollen Job in der Schweiz und alles, was ich mir vorstellen konnte.

Aber irgendwann habe ich gedacht, was habe ich davon, wenn ich nicht glücklich bin? Und so bin ich 2018 nochmal nach Bali gekommen wegen dem Bali Spirit Festival, das normalerweise jedes Jahr stattfindet. Ich konnte dort als Freiwillige mitarbeiten. Das heißt, ich habe nur ein paar Stunden gearbeitet und konnte dann das ganze Festival gratis nutzen – was natürlich sehr schön war.

Dort habe ich dann auch wieder überall diese Herzen gesehen. Egal in welchem Workshop ich war oder ob es eine Karte zu ziehen gab: ich hatte ständig nur Herzen und Love. Ich habe mir gedacht: Follow your passion. Ich konnte es nicht mehr ignorieren und es hat mich immer mehr zu mir selbst gebracht.

Und dann hatte ich dieses intensive Erlebnis, was ich vorhin angedeutet habe. Das war bei einem Breath-Workshop, dieses intensive Atmen. Es ist nicht wie beim Yoga das Pranayama, sondern sehr intensiv. Man kann es vergleichen mit dem Holotropen Atmen.

Dabei atmet man 20-30 Minuten sehr intensiv durch den Mund ein und aus, ohne eine Pause. Das ganze System im Körper kommt dabei irgendwie in Bewegung und es geschieht sehr viel Heilung.

In dieser Situation habe ich wieder ein Riesenherz am Ende gesehen. Es war noch mal so ein Gefühl von dieser Verbundenheit und der bedingungslosen Liebe. Das war so ein wunderschönes Gefühl. Bei einer anderes Session hat sich dann für mich alles verändert. Ich bin mir selbst in der Zukunft erschienen. Ich habe mich selbst gesehen bzw. ein Bild von mir, wunderschön strahlend und leuchtend. In dem Moment wusste ich: oh mein Gott, das ist die wahre Daliborka. Das bin ich, das möchte ich sein und ich möchte nicht mehr mit diesem Gesicht ins Büro gehen und unerfüllt und unzufrieden sein.

In dem Moment habe ich so ein starkes Vertrauen bekommen, dass ich wusste, dass ich irgendwann so lebe. Es war sehr faszinierend, diese Verbindung zum Universum und zu allem. Ich hatte dieses Vertrauen, dass ich alles machen kann, dass ich unterstützt werde. Ich konnte mich auf den Weg machen und es war faszinierend, wie ich eigentlich alles wusste und in die Wege geleitet wurde.

Ich bin nach Hause gekommen und wusste sofort, diese Klamotten ziehe ich nie wieder an – gerade die ganzen dunklen Sachen – und ich wollte meine Füße gar nicht mehr in die Schuhe stecken: Das war sehr interessant, ich wollte keine Pumps mehr anziehen, keine Stiefel – alles hat mich so eingeengt. Ich habe damals immer mehr gespürt, wie wichtig die Freiheit für mich ist.

Und so fasste ich den Entschluss, auf Reisen zu gehen. Ich habe mir dann noch mal anderthalb Jahre Zeit gelassen. Ich habe eben gemerkt, dass ich jemand bin, der mehr Zeit braucht. Ich bin nicht jemand, der Dinge sofort macht und das ist auch gut so.

Denn damals im Jahr 2017 war ich noch nicht soweit, aber als dieses Erlebnis auf Bali passiert ist, da habe ich gemerkt: So, jetzt ist es soweit. Und so hatte ich Zeit, meine Wohnung aufzulösen und mich von meinen Sachen zu befreien.

Es war ein schönes Gefühl, als der Keller leer von all den Dingen, die man da so mit sich schleppt. Es war wie eine Befreiung.

So bin ich schließlich auf Reisen gegangen und habe den 1. Stopp auf Bali gemacht, denn die Insel hat mein ganzes Leben verändert.

 

Gunda: Würdest du sagen, dass du ohne dieses Erlebnis vielleicht noch in der Schweiz sein würdest? Kann man sowas überhaupt sagen?

 

Daliborka: Ich glaube, da hätte sich auf jeden Fall was verändert, vielleicht auf eine andere Art und Weise. Ich hatte ja da schon dieses Gefühl gehabt, dass ich was anderes machen möchte, aber ich habe mich noch nicht getraut.

Ich habe gedacht, nur vom Yoga leben will ich nicht und jeden Tag weiß ich nicht wie viele Stunden unterrichten und meinen Körper fertigmachen.

Ich denke, irgendwas wäre bestimmt gekommen, denn ich wollte ja nicht jeden Morgen aufstehen und ins Büro – was ist das für ein Leben, habe ich mir gedacht.

Ich kann mich noch erinnern an diese Messages im Radio: „Ja, heute ist Mittwoch: Bergfest. Leute, haltet durch, Freitag ist bald da!“ Hallo, was ist das für ein Leben? Sollen wir nur fürs Wochenende oder für den Urlaub leben?

Es ist Wahnsinn, wie wir Menschen eigentlich darauf vorbereitet werden. Lerne etwas, von dem du gut leben kannst. Aber ja, anstatt statt zu fragen: Was will denn mein Herz überhaupt? Und das wollte ich eben nicht mehr, deswegen wäre bestimmt was anderes gekommen. Vielleicht wäre ich noch mal auf Reisen gegangen oder hätte was anderes entdeckt.

 

Gunda: Ja, nichts passiert ohne Grund, von daher wäre bestimmt was passiert. Aber das Erlebnis hat dir eben einfach den Ruck gegeben.

 

Daliborka: Unglaublich, ich habe so eine Kraft und so ein Vertrauen bekommen, das war Wahnsinn.

 

Gunda: Das Erlebnis war ja in Bali und Bali hat ja wirklich eine besondere spirituelle Energie. Wie hilft die Bali bei deiner eigenen spirituellen Reise? Oder gibt’s da bestimmte Sachen, die du von den Balinesen übernimmst oder die dich faszinieren?

 

Daliborka: Ja, also ich finde diese tägliche Hingabe mit der Segnung des Hauses einfach toll. Ich mache das jetzt auch jeden Morgen mit drei Räucherstäbchen und Blumen, die ich im Haus verteile. Diese Hingabe ist faszinierend.

Es ist schön, in dieser Achtsamkeit zu sein und wirklich jeden Tag dankbar zu sein für das, was ich habe und was ich noch empfangen werde und dabei wirklich der Natur und dem Leben zu danken. Gerade jetzt auch zu Kuningan-Galungan ist es faszinierend, wie viele Opfergaben sie bringen und wie sie sich hingeben und alles schmücken.

Auch die Wassertempel, in denen man sich reinigen und klären kann, sind für mich jedes Mal ein Highlight. Die wunderschöne Natur, die bescheidenen, liebevollen Menschen. Ich liebe es, sie sind einfach so hilfsbereit und freundlich.

 

Gunda: Ja, du hast gesagt, diese Hingabe und Dankbarkeit – ich denke, das ist das Wichtigste, was uns auch oft in Europa fehlt, dass wir einfach nicht mehr dankbar sind für das, was wir haben, sondern es immer nur darum geht, was wir nicht haben oder wollen.

Und sobald man aber anfängt, dankbar zu sein für das, was da ist, dann kommt ja auch automatisch mehr dazu und es fällt einem auch mehr. Ich denke, das ist ganz, ganz wichtig.

Schön, hast du denn eine bestimmte tägliche Routine für dich selbst? Du hast ja gesagt, du unterrichtest Yoga, das ist ja für andere Menschen – was machst du denn für dich jeden Tag?

 

Daliborka: Also ich bleibe, wenn ich schon wach bin, noch im Bett liegen und genieße diese Zeit, dass ich nicht sofort aufstehen und wie früher ins Büro hetzen muss. Ich bleibe noch im Bett und mache ein Gebet für mich, indem ich einfach ein paar Affirmationen spreche: für mich, meinen Körper, die Dankbarkeit, welche Absicht ich für den Tag habe, worauf ich mich fokussieren möchte und auch allgemein meine Absicht fürs Leben.

Danach meditiere ich und mache Yoga – also ich bin auch nicht jemand, der jetzt jeden Tag strikt Yoga machen muss, aber ich mache zumindest jedes Mal etwas und diese Routine im Bett.

Außerdem schreibe ich in einem Journal, da für mich etwas viel stärker ist, wenn ich etwas schreibe und nicht nur denke. Und danach verteile ich Blümchen – wir haben hier auch ganz viele Blumen, das ist ein Vorteil. Ich muss nicht auf den Markt gehen und Blumen kaufen. Dann zünde ich drei Räucherstäbchen an und segne das Haus.

 

Gunda: Ich denke, es ist auch ganz wichtig, eine Routine zu haben. Es ist das Gleiche bei mir, ein bisschen Meditation, Yoga und sich einfach immer wieder dran erinnern, dass man nicht in alte Muster zurück verfällt.

 

Daliborka: Genau und vor allem jeden Tag als Neuanfang zu sehen. Was kann ich heute anders machen, was könnte ich besser machen und mich darauf zu fokussieren, was ich will und nicht in diesen alten Dingen verbleiben. Uns immer an Erinnerungen aus der Vergangenheit festhalten, statt in diesem Moment zu sein. Nur hier und jetzt kann ich etwas verändern, nur jetzt findet das Leben statt. Morgen wissen wir nicht, ob wir überhaupt leben und was gestern war, können wir auch nicht ändern.

 

Gunda: Richtig, ja.

Hast du denn ein paar Tipps für suchende Menschen, die nach Bali kommen möchten oder allgemein Menschen, die irgendwie etwas suchen? Was magst du denn denen mit auf den Weg geben?

 

Daliborka: Also auf jeden Fall wirklich an sich zu glauben, dass da auf jeden Fall in jedem von uns etwas steckt, und zwar bereits alles, was wir fürs Leben brauchen. Was mir geholfen hat, war Yoga und Meditation. Es gibt natürlich auch andere Arten und Weisen, wie man die Verbindung zu sich herstellen kann, es muss nicht Meditation im Sitzen sein. Einfach sich den ganzen Tage zu beobachten. Wie denke ich, wie fühle ich, bin ich wieder am beurteilen oder bewerten – also wirklich diese Reflexion mit sich selbst zu haben. An sich zu arbeiten, ist ein lebenslanger Prozess und ich finde es ist die kostbarste Reise überhaupt: die Reise zu sich selbst.

Denn dadurch verändert sich etwas in mir und ich kann viel besser mit anderen Menschen umgehen, mit meiner Familie, Bekannten und auch anderen Menschen. Wenn ich anfange, an mir selbst zu arbeiten, wenn ich wirklich diese Absicht und den Fokus jeden Tag habe, dann kann ich auch meinen Träumen viel näher kommen.

Und da helfe ich den Menschen auf diesem Weg. Da schaue ich wirklich, was hindert denjenigen jetzt daran, was hat er noch für Glaubenssätze, was hat er für Muster aus der Kindheit oder was kann man noch am Selbstwert tun, um in die Liebe zu kommen.

Ja und diejenigen bekommen dann dadurch ganz viel Inspiration, Impulse, auch Hausaufgaben und Übungen. Ich liebe es, diese Art von Hingabe und den anderen Menschen zu zeigen: Hey, du kannst auch dein Leben verändern.

Wirklich an sich zu glauben und auch dranzubleiben, ist wichtig. Es war bei mir auch immer diese Ungeduld – ich habe gesagt: Mein Gott, wie lange dauert es, wann werde ich wieder diese Kraft haben und so weiter. Aber alles braucht seine Zeit und bei mir hat es auch lange gedauert. Jeder ist anders und entscheiden ist, an dieses Einzigartige in sich zu glauben, diese Kraft.

Ich nenne sie auch die Herzenswahrheit, die in jedem bereits vorhanden ist und die gefunden und gelebt werden möchte.  Es ist so schön, denn jeder hat diese innere Stimme. Das Ego plappert ja immer und macht uns Angst und Zweifel und Sorgen, aber diese andere Stimme, die wir meist nicht hören, weil wir so beschäftigt sind, den ganzen Tag, sie ist auch da.

Und für die braucht es Stille – egal, welche Art von Stille. Damit man sich besser hören kann und den Zugang zu sich wiederfindet. Das ist auf jeden Fall etwas, was ich jedem empfehlen kann: diesen Zugang zu sich zu finden.

 

Gunda: Ja, ich erinnere mich auch, man hört oft solche Sachen: „Ach, es ist schön, was du machst und ich wünschte, ich könnte das auch!“ Aber da sind dann immer diese Ausreden wie „Ich habe ja noch das“ und „ Ich kann das nicht wegen diesem..“

Und am Schluss ist das Leben dann vorbei und man sitzt da und fragt sich: Ist das wirklich das, was ich wollte?

Wobei ich auch dazu sagen muss, es gibt natürlich auch keine Altersbegrenzung – also selbst wenn jemand mit 50 noch sagt, dass er jetzt raus aus dem Alltag muss und ich brauch was anderes – bitte schön!

 

Daliborka: Genau, man ist nie zu alt, um seinen Traum zu verwirklichen und diesem zu folgen. Ich meine, wir wissen alle nicht, wie lange wir noch zu leben haben und das ist für mich auch ein Grund, sich mit seiner Sterblichkeit auseinanderzusetzen, worüber wir meistens nicht sprechen.

Geh mal auf dem Friedhof und schau dir das an und denke: Irgendwann liege ich auch hier. Wir vergessen das! Was möchte ich noch in meinem Leben machen? Das ist zwar krass aber, aber es ist tatsächlich so. Wir wissen nicht, wie lange wir noch zu leben haben.

 

Gunda: Das stimmt.

Ja, das ist eigentlich ein schöner Abschluss, dass man machen sollte, was das Herz einem sagt, dem Herzen folgen, nicht zu viel auf andere hören, ist auch immer ein Problem.

 

Daliborka: Ja, nicht im Außen suchen. Klar, ab und zu vergleicht man auch, aber jeder hat seinen eigenen Weg. Bei dem einen ist es so und bei dem anderen wird es was anderes sein. Ich kann nur jedem empfehlen, der in so einer Krise steckt, wie ich sie hatte – und ich denke, jeder Mensch kommt in so eine Midlife-Crisis irgendwann, denn wir wissen ja, dass unsere Seele eigentlich eine Aufgaben hat, und oft wissen oder sehen wir es nicht. Aber wenn wir uns denn diesen auf diesem Weg machen, dann erkennen wir sie einfach immer mehr und können diese innere Stimme auch besser hören, diese Herzen Stimme, die alles schon bereits weiß.

Das möchte ich auch einmal sagen: All unsere Herausforderungen sind dafür da, dass wir erwachen, denn die machen uns zu dem, was wir sind. Und wenn ich diese Herausforderungen nicht hätte, wäre ich wahrscheinlich nicht hier. Für mich gibt es keine Fehler, sondern es ist jedes Mal ein neues Learning. Jedes Mal lerne ich wieder daraus und man kann sagen, alles was man durchmacht, ist ein Learning. Man sollte lieber schauen, was lerne ich daraus? Was ist das Geschenk dahinter?

In einem großen Schmerz steckt ja auch wieder die Freiheit, weil wir durch diesen Schmerz lernen. Es ist wie ein Schlüssel, der uns hilft, uns zu befreien.

 

Gunda: Wie sehen denn deine Zukunftspläne aus? Du wirst wahrscheinlich erstmal in Bali? Ist außerdem noch was spezielles geplant?

 

Daliborka: Also wie vorhin schon gesagt, kann ich mir vorstellen, den Winter hier zu sein und den Sommer meine Familie und Freunde zu besuchen. Ich vermisse es auch, nach Kroatien zu gehen. Ich liebe das Meer. Auch wenn in Bali das Meer ist, ist es irgendwie total anders, diese Mediterrane ohne Riesenwellen, wo man schwimmen kann.

Und ich habe vor ein paar Jahren einen Segelkurs gemacht, von dem ich alles wieder völlig vergessen habe. Das war immer schon mein Wunsch, das wieder aufzufrischen und evtl. Retreats zu organisieren und das mit Segeln und Yoga und Persönlichkeitsentwicklung zu verbinden. Das weiterzugeben, was mein Leben verändert hat, das wünsche ich mir, evtl. auch in europäischen Ländern.

Da muss man natürlich schauen, wie sich das momentan entwickelt, da kann man ja nicht so viel planen. Aber ich bleibe zuversichtlich. Jetzt für den Winter bleibe ich auf jeden Fall hier. Ich möchte jetzt nicht im kalten Europa sein.

 

Gunda: Wo kann man dich denn und das Projekt finden? Du hast bestimmt eine Website und vielleicht auch Facebook und Instagram.?

 

Daliborka: Ja, genau. Also meine persönliche Webseite ist noch in Arbeit. Ich hoffe, dass die bald fertig ist. Ansonsten gibt es die Website vom Projekt naya.earth. Und ich bin auf Instagram und Facebook mit meinem Vornamen und Nachnamen Daliborka Neumann zu finden.

 

Gunda: Super, das verlinke ich und dann können Interessenten dich und euch kontaktieren. Vor allem kann man beim Projekt ein bisschen reinschnuppern und schauen, was da in Bali entsteht.

 

Daliborka: Genau, Menschen, die nach Bali kommen und uns sehr gerne besuchen möchten, können sich ein Bild davon machen.

 

Gunda: Hoffen wir, dass es bald wieder geht.

Super, dann kommen noch meine zwei letzten Fragen: Was vermisst du aus Europa am meisten, wenn du in Indonesien bist und umgekehrt? Du vermisst bestimmt auch ganz viel aus Indonesien, wenn du daheim bist?

 

Daliborka: Also was ich aus Europa vermisse, ist meine Familie und bestimmtes Essen aus der Heimat bzw. wie meine Mama und meine Schwester kochen – ich liebe ich das und vermisse das auf jeden Fall!

Ansonsten kriegt man hier wirklich alles. Klar, es ist nicht der gleiche Schweizer Käse oder so, aber das ist auch etwas, was ich selten esse. Ich vermisse meine Familie und Freunde und dieses Gefühl von Frühling oder ein bisschen diese Jahreszeiten.

Und wenn ich dort bin, vermisse ich natürlich diese Leichtigkeit und dieses Spirituelle von hier, denn wenn ich dort bin, sind alle beschäftigt und alles ist in Action und hier ist so alles ein bisschen entspannter. Das liebe ich.

 

Gunda: Mir geht’s auch selber so, wenn ich mal wieder nach Deutschland komme – das ist  ja meistens immer nur kurz – da kann man diese Einstellung noch aufrechterhalten, aber wenn man mal wieder länger dort ist, dann verfällt man schon schnell wieder in dieses Hamsterrad, finde ich.

Man ist schnell wieder in diesem System drin, das ist definitiv nicht ganz so leicht, das dort aufrecht zu erhalten.

Schön, dann sind wir eigentlich schon am Ende von unserer Folge angekommen. Ich freue mich ganz arg, dass du bei mir warst und dass du auch ein bisschen was erzählt hast. Ich wünsche euch ganz viel Erfolg mit dem Projekt, ich werde das auf jeden Fall weiterverfolgen.

 

Daliborka: Danke.

 

Gunda: Und wenn ich in Bali bin, melde ich mich. Ich wünsche dir auch für dich und deinen Lebensweg alles Gute weiterhin. Danke, dass du bei mir warst!

 

Daliborka: Danke, liebe Gunda. Hat mich auch sehr gefreut!

 

Gunda: Dankeschön. Mach’s gut, tschüss!

 

Daliborka: Danke, tschüss!

 

Gunda: So, das war vorerst unsere letzte Folge in diesem Jahr, bevor wir in die wohlverdiente Weihnachtspause gehen. Wir hören uns dann im nächsten Jahr mit frischen Content und spannenden Folgen wieder.

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Das war’s dann von mir erstmal. Ich bedanke mich bei allen Hörerinnen und Hörern und würde mich umso mehr freuen, wenn wir uns im nächsten Jahr wieder hören. Ich wünsche allen eine besinnliche Weihnachtszeit mit ein paar schönen Feiertagen und einen guten Rutsch ins neue Jahr! Bis zum nächsten Mal, sampai jumpa!

 

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